Geschichte zur Insel Poel!

Inselkarten

Wismarbucht im Jahre 1850, Kartograph unbekannt

 

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Skizze Insel Poel heute mit dem Zentrum Kirchdorf

Der Riese

Wie die Insel Poel ent­stand

In der Gegend um Wis­mar gibt es kegelför­mige Anhöhen und weit hingestreck­te Hügelket­ten. An der Entste­hung sollen einst die Riesen zwis­chen Kröpelin und Wis­mar beteiligt gewe­sen sein. Sie waren wegen ihrer Größe und Stärke in ganz Meck­len­burg bekan­nt. So haben sie einst die Berge aufgeschüt­tet, tiefe Schlucht­en gegraben und Teiche und Seen aus­geschaufelt.

Eines Tages beschlossen sie, die Ost­see zuzuschüt­ten, denn jedes Mal beka­men sie nasse Füße, wenn sie mal schnell ihre Ver­wandten in Schwe­den und Finn­land be­suchen wollen. Alle Riesen ver­sam­melten sich an der Küste um Wis­mar herum und began­nen, Erde in ihre Schürzen zu schaufeln. Am Wass­er ange­langt, wurde die Erde ein­fach ins Meer geschüt­tet. Sog­ar die Kinder halfen mit. Sie waren richtig aufgeregt, schlap­perten alle durcheinan­der und woll­ten es den Erwach­se­nen gle­ich­tun. Dabei ver­loren sie hin und wieder Sand.

Die kleinen Häu­flein sahen dann oft kegelför­mig aus. So ging das geschäftige Treiben einen ganzen Tag lang. Am Abend waren an der Küste ent­lang schon kleine Landzun­gen und Winkel zu erken­nen. Zufrieden und müde legten sie sich schlafen und kurz darauf hörte man sie laut schnar­chen. Mit Son­nenauf­gang begann die Arbeit aufs Neue.

Am drit­ten Tag bemerk­te plöt­zlich ein Riese, dass sich genau an der Stelle, von der er Sand weg­nahm, eine Pfütze bildete.
Er hock­te sich hin und beobachtete, wie diese kleine Pfütze ein großer Teich wurde. Er über­legte — wenn wir die Erde und den Sand hier weg­nehmen und sich Seen bilden, wo ist dann nach­her unser Zuhause?

Er stand ganz langsam auf, machte sich riesen­groß und don­nerte seine Über­legun­gen her­aus. Die anderen Riesen sahen ganz erschrock­en drein. Ihr Zuhause woll­ten sie nun auch nicht ver­lieren! Da ließen sie den Sand aus ihren Schürzen rieseln. Der größte der Riesen warf daraufhin seinen Sand im hohen Bogen ins Wass­er, streck­te den Fuß weit vor und trat noch ein­mal tüchtig drauf. So soll die Insel Poel mit der Kirch­see ent­standen sein.

Sage von Wolfgang Glaue; Aquarell Joachim Rozal
Hrsg.: Museumsverein Insel Poel e. V.